Vietnam- Vorbereitung der Sinfonie…

Während allerorts die Krokusse und Schneeglöckchen aus dem Boden poppen, denke ich an Reisfelder. An freundliches Lachen, grüne Weiten und monumentale Felsen im Meer. Vier Wochen Vietnam liegen vor mir und mein Herz pocht voller Vorfreude, Abenteuerlust und auch einem gehörigen Fitzzelchen Respekt vor diesem Trip.
Eigentlich ist Steffen schuld. Der Stilpirat, bei dem ich Anfang letzten Jahres einen Workshop zum Thema Hochzeitsfotografie besucht habe. Der mich in meiner fotografischen und auch persönlichen Entwicklung durchaus fortgetrieben und inspiriert hat. Damit nicht genug, so war ich grade dabei, das Gelernte zu verinnerlichen, haute der Gute ein Abenteuer der besonderen Art heraus. Zwei Wochen Vietnam- vorherige Bewerbung, sechs Plätze, Auswahlverfahren, Dreck an den Füßen und ganz viel Kopf waschen um der eigenen Persönlichkeitsentwicklung willen. Von da an hatte ich keine Wahl mehr. Mir gefiel die Idee, dennoch dachte ich nicht konkret darüber nach, mich zu bewerben. So hatte ich doch grade jede Menge Input gefunden, neue spannende Arbeitswelten taten sich auf und ich war eigentlich rundum sorglos. Irgendetwas trieb mich jedoch, Steffen diesbezüglich anzuschreiben. Wir skypen kurz über Reisen und Sein und am Ende unseres Gespräches vernahm ich den Satz: „Ok, du kommst mit!“. Ok, ich komm´mit! So war es entschieden und es gab keine Sekunde, die ich darüber nachgedacht habe, ob und warum oder ob nicht oder warum nicht. Mein Bauch sagte: geh und Hirn so: ok.
Ja, das war im Sommer 2015 und seither verging kein Tag, an dem nicht diese Reisfeldabenteuersinfonie im meinem Kopf spielte. „Is ja noch lang hin“ dachte ich mir und lies sie spielen. Im Dezember dann das Vortreffen mit den anderen Teilnehmern im Heidestudio von Steffen in Buchholz. Die liebe Anne, mit der ich schon vorab Kontakt hatte, da wir fast benachbart wohnen, Andreas, unser bunter Iroträger aus Österreich, Fast- Nachbar Marc, der ebenfalls im Dunstkreis Rhein-Main wohnt und um die Quote noch voll zu machen Nesthäkchen Yannick aus Lichtenstein und JoJo aus der Schweiz. Auch die Vorhut (es gibt zwei Touren kurz hintereinander) mit Kerstin, Daniela, Tanja, Jennifer, Jürgen und Ralf war sofort ins Herz geschlossen. Wir wanderten mit Steffen uns seiner klasse Frau Christina und den Kids durch die Heide, lernten unsere „Gasteltern“ Heiko uns Ly per Onlinebesuch kennen und genossen einen fantastischen vietnamesischen Pho, die traditionelle Nudelsuppe, die uns vermutlich in Vietnam in vielen Lebenslagen begleiten, trösten und wärmen wird. Ankommen bei alten Bekannten, Wegfahren von Freunden fürs Leben- so mein Gefühl, als ich nach diesem wunderschönen Wochenende in der Heide wieder in den Zug stieg. Mit mir stieg auch etwas ins Abteil, was sich immer mehr zu unbändiger Vorfreude, hektischer Betriebsamkeit ob der Vorbereitung des eigenen Themas (der Klammer, mehr hierzu in Eintrag 2) und einem seltsamen Getriebensein manifestierte. Die zwei Wochen schienen nicht genug, um dies wundervolle Land zu besuchen, somit lies sich mein lieber Mann überzeugen, schon zwei Wochen zuvor mit mir den Süden zu erkunden. Saigon, eine Fahrt auf einem ehemaligen Reisfrachter durchs Mekong Delta und ein paar Tage Strandurlaub auf Puh Quok- bis es dann von Hanoi aus auf zur Tour geht.

Heute sitze ich hier und versuche mental meinen 33- Liter- Koffer zu packen. (Reduktion heisst das Zauberwort, aber das ist wieder ein anderes Thema Teil 3) und mein unaufhörlich rotierendes Gedankenkarussell in grade Bahnen zu packen, was mir einfach nicht gelingen will.