Gomera- Mother Earth

Das Gefühl, welches ich mit La Gomera verbinde, ist kaum in Worten beschreibbar. Ein Gefühl der Heimat und des Friedens, das sich einstellt, sobald die Fähre von Los Cristianos Kurs auf den Hafen von San Sebastian genommen hat. Sobald ich die  kleine Hafenmetropole hinauf in Richtung der Höhenzüge verlasse, die kurvigen Passstraßen hinaufgeleite und hinunter in unendlich weite Täler blicke. Bald in den Nebelwald eintauche, der geheimnisvoll wispernd von Fabeln und Mystik erzählt und mit wohliger Schauer die Hitze der Reise kühlt. Weiter vorbei am Gipfel des ALTO DE GARAJONAY, der einst als heiliger Ort der Guanchen noch heute ihre Geheimnisse und Traditionen bewahrt. Vorbei an den tapferen Wäldern, die der gewaltigen Feuersbrunst zum Opfer fielen, nimmt hier die Urkraft der Natur  von mir Besitz. Aus verbrannter Erde und totem Holz drängt mit aller Macht das Neue empor. Legt sich mit grünen Ranken und kräftigen Sprossen wie Balsam über die kargen Landstriche und heilt sanft die entstandenen Wunden. Der Wind in den Pinien samt sacht ein Lied von Mut und Tapferkeit und berührt tief in mir die Wurzeln der Vergänglichkeit. Weiter ins Tal des großen Königs, dem Valle Grand Rey, das sich schon bald mit Blick auf das kleine Paradies am Fuße der Insel öffnet. Angekommen in einer grünen Kugel aus Licht, Natur und Geborgenheit, so scheint mir die Zeit dort zu vergehen. Negatives prallt ab, verliert seine Wichtigkeit und transformiert sich in weiches, reines Licht, welches mit Kraft und Tatendrang versorgt. Das  System startet neu, regeneriert und reinigt sich von Grund auf. Fokus und Ordnung stellen sich ein und geleiten den Weg, der am Ende der Reise wieder neu zu beginnen scheint.